Archiv der Kategorie: Einsatzstelle der Woche

Was macht deine Einsatzstelle aus? Was genau tust du in deiner Einsatzstelle? Was macht dich unersätzlich? Welche Verbesserungsvorschläge hast du? Welches eigene Projekt hast du schon verwirklicht oder planst du noch? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? Welches Ereignis in deiner Einsatzstelle hat dich besonders berührt? Was muss ein FÖJler haben, um sich in deiner Einsatzstelle zurechtzufinden?

Jeden Sonntag gibt es jetzt unter der Kategorie „Einsatzstelle der Woche“ einen Beitrag von einem Berliner FÖJler, der auf diese und/oder andere Fragen Antwort gibt und zeigt, wie ein FÖJ in Berlin konkret aussehen kann!

Damit wollen wir zukünftigen Bewerbern bei ihrer Entscheidung helfen und aktuellen FÖJlern zeigen, wie ihre Mit-Ökis ihren Tag verbringen! Schließlich besteht das FÖJ nicht hauptsächlich aus der Sprechertätigkeit, sondern ganz konkret aus eurem Arbeitsalltag!

Schick uns deinen ganz eigenen Beitrag! Ob ausführlicher Bericht, kurze Anekdote, bunte Fotostory, poetisches Gedicht oder vielleicht ein selbstgedrehtes Filmchen? Werdet kreativ – wir freuen uns über eure Ideen!

Einsatzstelle: Lars im Kompetenzzentrum Wasser Berlin

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Das KompetenzZentrum Wasser Berlin g GmbH (KWB) ist eine Berliner Forschungseinrichtung für angewandte Wasserforschung. Hier wird intensiv mit den Berliner Wasser Betrieben aber auch der Berliner Umweltverwaltung zusammengearbeitet und in den Bereichen Grundwasser, Oberflächenwasser und Abwasser geforscht. Das KWB ist sehr gut mit verschiedenen internationalen Universitäten und Forschungsinstituten vernetzt, sodass es immer auf dem aktuellsten Forschungsstand ist. Es gibt viele Praktikanten, mit denen man sich auf Augenhöhe austauschen kann und die mir persönlich sehr viel beigebracht haben.

Nummer3Ich habe im KWB im schon an verschiedenen Projekten mitgearbeitet. Momentan unterstütze ich das Projekt OgRe, das sich mit der Erfassung und Bilanzierung von organischen Spurenstoffen im Regenwasser beschäftigt. Solche Stoffe können von Gebäudefassaden, Dächern und auch Straßenoberflächen abgewaschen und über die Kanalisation in die Gewässer gespült werden. Dort sind sie wegen ihrer teilweise toxischen Wirkungen unerwünscht. Im Zuge des Projekts habe ich automatische Probenehmer installiert und Proben zum Labor gefahren. Die gewonnen Daten werden dann genutzt, um einzuschätzen, aus welchen Stadtgebieten welche und wie viele Spurenstoffe bei Starkregen in die Kanalisation und teilweise auch in die Gewässer gelangen.

Besonders in einer so großen Stadt wie Berlin ist es wichtig, Proben von verschieden Stellen zu nehmen, da sich die Inhaltstoffe in Menge und Zusammensetzung unterscheiden, je nachdem ob der Kanal zum Beispiel durch ein Industriegebiet, Neubaugebiet oder Altbaugebiet verläuft. Das bedeutet natürlich, dass man bei der Installation sich an die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten anpassen muss und dann später beim Probenabholen viel umher fährt. Allerdings wird das durch ein SMS-System minimiert, welches uns Bescheid gibt, wenn ein Probenehmer zu ziehen beginnt. Ansonsten gibt es noch einige Wartungsfahrten, damit immer sichergestellt ist, dass die Stromversorgung noch funktioniert.

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Das KWB ist eine sehr gute Adresse für alle, die mal gern wissenschaftlich arbeiten möchten, selbständig arbeiten können und über gute Englischkenntnisse verfügen. Einen Führerschein zu haben ist nicht zwingend notwendig, aber man erhält eine gute Möglichkeit, Fahrpraxis zu sammeln.OgRe_Logo

Einsatzstelle der Woche: Naturschutzjugend

Vera, Karo, Kaddi und Tabita sind die vier FÖJlerinnen der NAJU

Ob Sonne, ob Regen, ob Wind, Schnee, Hagel oder Sternenhimmel. Dafür, dass wir vier NAJU FÖJlerinnen einen Bürojob haben, bekommen wir vom Wetter ganz schön viel mit. Unsere Schreibtische stehen nämlich unter einem riesigen Dachfenster im 4. Stock mitten in Mitte im gleichen Haus, in dem auch der NABU sitzt.

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Den Arbeitsplatz teilen wir uns, die Aufgaben sind doch sehr unterschiedlich. Dieses Jahr gehören die FÖJ-Stellen zu den Bereichen Internationales, Kommunikation, Biodiversität sowie Kinder. Jede von uns arbeitet zusammen mit der jeweiligen Referentin oder dem Referenten im Team. Insgesamt machen wir Freiwilligen ein Drittel der ganzen NAJU-Bundesgeschäftstelle aus. Entsprechend wichtig und abwechslungsreich sind auch unsere Aufgaben. Ein FÖJ bei der NAJU ist kein Kaffeekochen-und-Briefmarken-anlecken-Job, im Gegenteil: Wir können unsere Ideen einbringen und unsere Arbeit ist nicht nur sehr gefragt, sondern wird auch wertgeschätzt: Mit einem FÖJlerinnen Adventskalender im Dezember, einer speziellen NAJU-Einführungsfahrt am Anfang des Dienstes, Zusatzausbildungen, deren Kosten die NAJU trägt, einem wöchentlichen Teamfrühstück mit feinsten Bio-Spezialitäten, aber vor allem einer festen Rolle in einem mehr als offenen und herzlichen Team.

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Obwohl wir vier verschiedene Themen auf verschiedene Art und Weise bearbeiten, gibt es doch Überschneidungen: Beim Versand sowie Wochenendveranstaltungen helfen wir gleichermaßen mit. Außerdem waren wir Teil des Orgateams des NAJU-Bundescamps 2014. Gemeinsam mit anderen Interessierten stellten wir ein viertägiges Jugendumweltfestival auf die Beine, das natürlich zum einen Arbeit bedeutete, während des Camps aber vor allem viel Spaß, Austausch, Musik, Workshops und Sonne. Ganz schön, den 40 Stunden Büroalltag auch mal mit solch einer Aufgabe abzuwechseln.

Inzwischen geht die FÖJ Zeit auf ihr Ende zu und wir vier machen konkrete Pläne für die Zeit danach. Denn auch die haben sich innerhalb unseres gemeinsamen Jahres entwickelt, wurden verworfen, überholt und besprochen. Mal schauen, wo wir am Ende landen.

Hier aber noch einige Impressionen unseres Bundescamps:

Einsatzstelle der Woche: Inter 3 Institut

Chris ist FÖJler im Inter 3 Institut für Ressourcen-management

Das inter 3 Institut für Ressourcenmanagement ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut. Das heißt, dass hier Wissenschaftler mit soziologischem, ökonomischem und technischem Hintergrund zusammen arbeiten. Genau diesem Umstand ist es geschuldet, dass ich mich zu Beginn meines FÖJs für diese Einsatzstelle entschieden habe. Mich hat es beeindruckt, dass die hier untersuchten Probleme und Innovationen, auf ganz unterschiedliche Arten beleuchtet werden, aus ganz verschiedenen Blickwinkeln. Während meiner Zeit bei inter 3, habe ich diesen Blick für das Ganze sehr zu schätzen gelernt.

Die Gegenstände der Forschung sind ebenso unterschiedlich, wie die Fachrichtungen des Teams es vermuten lassen. Es geht genauso um die Potenziale von Dachfarmen in Berlin und die Nutzung von Abfallressourcen wie um die Akzeptanz von Erneuerbaren Energien und die Fachkräftesicherung in ländlichen Räumen.

Besonders finde ich die Projekte spannend, die bei denen es um die Verbesserung der bestehenden Infrastruktur geht. Wenn es nicht gerade sehr stressig ist und ich dringend in bestimmten Projekten gebraucht werde, kann ich mir frei aussuchen an welchen ich mitwirken möchte. So habe ich die Möglichkeit, viel Zeit an genau den Projekten mitzuarbeiten, deren Themen mich besonders interessieren.

Ich konnte so beispielsweise bei den Vorbereitungstreffen zu einem neuen Forschungsvorhaben mitdiskutieren, wo ganz grundsätzlich überlegt wurde, wie man die ungleichen Lasten in Trinkwasser- und Energienetzen zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten besser verteilen kann (Lastenmanagement), und habe Berechnungen angestellt, wie hoch die Potenziale von Dachfarmen in Berlin sind, die ihre Nährstoffe aus dem Abwasser des Hauses beziehen, auf dem sie stehen.

Jeder der Spaß an wissenschaftlicher Arbeit hat, viel Eigeninitiative aufweist und gerne einmal in einem kleinen Team mit entspannter Atmosphäre arbeiten möchte, kann bei inter 3 ein sehr erfüllendes FÖJ absolvieren!